Freiwillige Feuerwehr Großheubach, Beim Trieb 38, 63920 Großheubach

Nachtübung auf der Nebelkappe

Nachtübung auf der Nebelkappe
Am 22.09.2006 um 21:00 Uhr traf sich die Höhenrettungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Großheubach um eine Nachtübung durchzuführen. Als Übungsobjekt wurde der Steinbruch im Bereich der Nebelkappe in Großheubach ausgewählt.

Die Übungsannahme war hier, dass sich eine verletzte Person in dem etwa 30m tiefen Steinbruch befinden und gerettet werden soll. Die Person ist mit einer Gruppe von Wanderern an dem besagten Steinbruch vorbeigekommen, offensichtlich aus Unachtsamkeit stürzte eine weibliche Person die Sandsteinfelswand hinunter.

Beim Eintreffen der Rettungskräfte wurde angenommen, dass der Bereich, in dem sich die Person befindet, aus Sicherheitsgründen nur durch speziell gesicherte Retter, betreten werden darf.

Zuerst wurde der Gefahrenbereich ausgeleuchtet und abgesperrt, dann eine Absturzsicherung, in Form eines dafür vorgesehenen Seiles, an den dort befindlichen Bäumen, befestigt.

Die abgestürzte Person war offensichtlicht bewusstlos, da die Versuche verbaler Kontaktaufnahme bis dahin scheiterten.

Um die Lage genauer einschätzen zu können und sich ein Bild über die Verletzungen des Abgestürzten machen zu können, wurden zunächst zwei geeigneter Bäume als Festpunkte gesucht. An dem ersten wurde das sog. Statikseil (Seil an dem der Retter mittels Seilbremse abfährt) befestigt. An dem anderen Festpunkt wurde die Sicherung aufgebaut. Hierbei wird ein sog. Dynamikseil (Seil mit einer größeren Dehnung damit im Falle eines Sturzes die Personen im Seil sanfter aufgefangen werden), verwendet.

Während sich der erste Retter zur verunglückten Person abseilt, wird er wird der durch einen zweiten Höhenretter gesichert. Unten angekommen gibt er über Funk Meldung an die weiteren Einsatzkräfte. Da der Verletzte nicht ansprechbar ist wird zunächst entschieden, dass erst ein Notarzt von einem weitern Höhenretter nach unten gebracht wird.

Vor Ort diagnostiziert der Notarzt, dass die gestürzte Person, Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule hat. Deshalb wird von der Einsatzleitung entschieden, dass die Person mit der Bergewanne, auf der Vakuummatratze (Spezialmatratze für Wirbelsäulenverletzungen), über Schrägseil gerettet werden soll.

Schrägseil bedeutet es werden von unten nach oben zwei Statikseile nach Möglichkeit parallel gespannt. In die Seile werden Rollen gebaut an denen das Tragegeschirr der Bergewanne befestigt wird. Da von den eingelegten Rollen bis zur Unterkante der Bergewanne nun eine Höhedifferenz von ca. 1,5m sowie durch das Gewicht in der Trage das Seil etwa 1.5m nach untern gedrückt wird, muss dies oben beachtet werden, um die Unterkante der Trage ebenerdig aufsetzen zu können.

Die Statikseile werden durch den sog. Potenzflaschenzug gespannt, um das durchhängen der Seile weitgehend zu minimieren. Die Trage kann nun mittels zweier weiterer Seile nach oben gezogen werden. Hierbei werden immer zwei Seile verwendet da im Bereich der Höhenrettung grundsätzlich Redundant (doppelte Sicherheit) gearbeitet wird.

Die Person konnte ca. 2 Stunden nach der Alarmierung der Feuerwehr gerettet werden.
Bericht : Jürgen Farrenkopf (GF Höhenretter),
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